L10K
Deutsch English Français Česky Nederlands

20. Internationaler Läuferzehnkampf 2003
− Kapfenberg −
Presse- und Erlebnisberichte

Anaerobe Festspiele

20. Läuferzehnkampf Kapfenberg

20030701-LS.jpg

22.060 Meter in vier Tagen, eine Kleinigkeit? Ja, normal für jeden Hobbyläufer machbar, nicht jedoch beim 20. Läuferzehnkampf in Kapfenberg. Die Sieger wurden wieder mithilfe der DLV-Mehrkampftabelle ermittelt.

MAG. JÜRGEN PLECHINGER

Traditionellerweise fand dieser Läufer-Zehnkampf zwischen Christi Himmelfahrt und dem darauf folgenden Sonntag statt. Die Bedingungen für die 62 Teilnehmer waren gut. Einzige Ausnahme waren die 5.000-m-Läufe, die in der Mittagshitze absolviert werden mussten.

Seit 1982 gibt es ihn nun, den vom inzwischen verstorbenen Österreicher Wilhelm Fischer erfundenen Läuferzehnkampf. Dabei gilt es Strecken zwischen 60 Meter und 10.000 Meter an vier aufeinander folgenden Tagen zu absolvieren. Dies alles natürlich auf einer für Muskeln und Gelenke nicht gerade angenehmen Tartanbahn. In Summe ergibt dies exakt 22.060 Meter. Da könnte man denken: na ja, ein starker Halbmarathon in vier Tagen − kein Problem. Wenn da nicht das Laktat wäre. Zur Erinnerung: Laktat bildet sich bei anaerober Belastung und ist für das "angenehme" Gefühl, Blei in den Beinen zu haben, verantwortlich. Genau dieses Laktat wurde in Kapfenberg zur Genüge produziert.

Hauptsächlich waren Läuferinnen und Läufer aus dem ehemaligen Ostdeutschland am Start. Dazu gesellten sich ganze acht einheimische Vertreter sowie ein Einzelkämpfer aus Tschechien. Die besten rotweißroten Zehnkämpfer waren: Christian Harrer aus Bruck/Mur sowie Brigitta Linzbichler vom veranstaltenden Verein KSV-Alutechnik.

Nicht nur Kapfenberg zeigte, dass hauptsächlich Mittelstreckenläufer die vorderen Plätze belegten. Daneben wird natürlich Stehvermögen auf den Langstrecken gefordert. Rühmliche Ausnahme dieser Regel war die Damensiegerin - eine waschechte Sprinterin. Petra Rappe vom MTV München spulte beispielsweise die 100 Meter in guten 12,82 herunter, hingegen die 10.000 Meter in mäßigen 44:37.

Trotz dieser Toporganisation ist in den letzten Jahren ein stetiger Rückgang sowohl bei der Quantität als auch bei der Qualität zu beobachten. Der Läuferzehnkampf ist eben ein Wettbewerb für absolute Laufsport-Idealisten. Es gibt weder etwas zu verdienen, noch gibt es große Anerkennung durch die Öffentlichkeit. Trotzdem ist hartes (Bahn-)Training erforderlich, um erfolgreich sein zu können.

Haben Sie Lust bekommen, in vier Tagen 22.060 Meter zu absolvieren? Kein Problem: einfach vom 20.-23. 5. 2004 ein verlängertes Wochenende in Potsdam einplanen und in der Zwischenzeit fleißig Mittelstrecke trainieren ...

Laufsport-Marathon http://www.laufsport-marathon.at/, 01.07.2003

    Letzte Änderung: 14.11.2017   [Seitenanfang]   [Startseite]   [Impressum]   [2018]   [2017]     Alle Angaben ohne Gewähr.      © 2002-2017 Uwe Warmuth >>> www.laeuferzehnkampf.eu
Seitenanfang